Verschlafenes Stromness - Ruine einer Walfangstation auf Südgeorgien

Die zweite Station auf Südgeorgien während unserer Expeditionskreuzfahrt im November 2014 war Stromness. Hierbei handelt es sich um eine alte, verfallene Walfangstation. Leider durften wir die Station nicht betreten, aber was man so sah und was am Strand alles rum lag, war schon beeindruckend. Die verfallenen Gebäude und verrotteten Maschinen und Gerätschaften stellteneinen krassen Kontrast zur sonst so friedvollen Landschaft dar. Neben der Walfangstation bekamen wir aber noch weitere interessante Dinge zu sehen...

Heute ist der 10. November 2014, ein Montag. Es ist bereits Nachmittag als wir vor Stromness den Anker werfen. Heute Vormittag hatten wir einen fantastischen Landgang in Fortuna Bay mit tausenden Königspinguinen. Unser Schiff, die MS FRAM, hat über Mittag die Bucht gewechselt und nun liegt die verlassene und verfallene Walfangstation Stromness vor uns. Von den Außendecks ist die Station mit ihren verrosteten Gerätschaften und Gebäuden gut zu erkennen.

Kurze Zeit später stehen wir am steinigen Strand. Links von uns die Station und rund herum viele Pelzrobben. Etwas weiter entfernt können wir auch Seeelefanten erkennen. Die verfallen Häuser und Gerätschaften sehen interessant aus. Insbesonderen die riesigen Tanks und Schiffsschrauben sind beeindruckend. Aber wir dürfen nicht in die Station rein. Im Gegenteil. Wir müssen sogar einen großen Sicherheitsabstand halten. In den Häusern wurde damals viel Asbest verarbeitet, das nun durch den Verfall frei gesetzt wird. Außerdem besteht Einsturzgefahr. Deshalb ist Betreten strengstens verboten.




Wir folgen dem abgesteckten Weg ins Landesinnere und kommen an einer Gruppe Königspinguine vorbei. Sie scheinen kurz vor dem Ende ihrer Mauser zu sein, denn rund herum liegt alles voller Federn. Im Moment ruhen sie sich aus und schlafen und lassen sich dabei durch uns nicht stören. Gleich daneben sehen wir einen anderen, einsamen Pinguin sitzen. Es ist ein Eselspinguin. Es steht hier ganz allein auf der Wiese rum und wirkt irgendwie unglücklich. Wir fragen uns, ob er sich vielleicht hierher verirrt hat.



Wir laufen den Weg weiter. Es geht leicht eine Anhöhe hinauf und der Boden wird ziemlich moorastig. Man muss schon sehr aufpassen, wo man hin tritt, um nicht im Sumpf stecken zu bleiben. Etwas weiter oben ist der Boden wieder fest und er sieht recht interessant aus. Kleine Huckel sind mit saftig grünem Moos überzogen oder von braunen Flechten bedeckt. Außerdem hat man von hier einen schönen Blick hinunter auf das Schiff in der Bucht und die Walfangstation.




Wir entdecken hier oben ein Gruppe von 3 jungen Pelzrobben, die ihre Kräfte in einem Ringkampf messen. Mit den ganzen Leuten rund herum könnte man meinen, sie würden extra für uns eine Show abziehen. Es sieht aber auch niedlich aus, wenn die Kleinen so rumtollen und versuchen, sich gegenseitig zu beißen.


Nachdem wir die spielerischen Kämpfe der Robben eine Weile beobachtet haben, machen wir uns auf den Rückweg. Dabei entdecken wir in der Ferne eine Gruppe Pinguine, die auf uns zu kommt. Es sieht zu drollig aus, wie sie durch das Gras watscheln und über Pfützen und Spalten hüpfen. Sie kommen uns entgegen und wir gehen auf sie zu. Es sind wieder Eselspinguine. Also hat sich der einzelne Pinguin vorhin nicht verirrt. Er gehört hierher. Die Pinguine laufen an uns vorbei und verschwinden hinter den Hügeln. Irgendwo muss im Hinterland eine Kolonie sein. Wir aber gehen zurück zum Strand.



Auf dem Rückweg müssen wir wieder durch das sumpfige Gebiet, aber diesmal nehmen wir einen anderen Weg, der offenbar besser ist. Wir erreichen den Gletscherfluss, der sich durch die Ebene zieht und in der Bucht mündet. Ihm folgen wir bis an den Strand.






Kurz bevor wir den Strand erreichen, werden wir von einem riesigen Seeelefanten aufgehalten. Er will unseren Weg kreuzen und wir lassen ihn passieren. Mit solch einem Koloss legt man sich besser nicht an. Am Strand selber ist einiges los. Etliche Eselspinguine kommen aus dem Meer und wollen zurück ins Hinterland. Ein Skua badet in der kleinen Lagune und Robben robben umher. Besonders das Gehabe der Pinguine ist sehr witzig anzusehen. Wir beobachten das Treiben eine Weile bevor wir wieder zur Anlandestelle zurückkehren.






Während der Rückfahrt zum Schiff fährt unser Bootsführer noch einmal nah am Ufer der Walfangstation vorbei. So bekommen wir die Station noch einmal von einer anderen Seite ganz gut zu sehen. Mit vielen neuen Eindrücken kehren wir zum Schiff zurück. Der Landgang war zwar bei Weitem nicht so spektakulär, wie heute Vormittag mit den tausenden Königspinguinen, aber interessant war es trotzdem.






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